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20.11.2015

geschenkte Bücher verkaufen

"Geschenktem Gaul guckt man nicht ins Maul!"

Wohl tausendfach haben wir diesen Spruch der uns auf die moralisch korrekte Spur
bringen sollte von Oma, Opa, Eltern, Onkels und Tanten gehört.

Dem Bestreben, diesem Anspruch der Verwandtschaft gerecht zu werden standen
dann oftmals absurdeste Geschenke genau dieser Verwandtschaft diametral gegenüber.

Was tun mit der Krawatte von der Tante, die so unglaublich; nun ja, nennen wir
das Kind beim Namen; hässlich ist, dass ein Tragen in jedem Fall nicht möglich wäre?
Was tun mit dem Ratgeberbuch von Oma das man sich im Prinzip nicht einmal
als Buchstütze ins Regal stellen mag?

Ein Freund wies mich einmal darauf hin, dass ich meinen gebrauchten iPod doch
nicht einfach verkaufen dürfte, da mir dieser ja geschenkt wurde.
Das Ding habe ich dann trotzdem verkauft. Weil ich es nicht benutzte, weil es nur
herumlag, weil sich vielleicht jemand über ein preiswertes gebrauchtes Gerät freuen
würde und weil ich dafür auch noch ein paar EURO bekam.

Lösen wir uns kurz vom speziellen Geschenk und betrachten wir den Prozess des
Schenkens und das Geschenk als Symbol.

Der Schenkende überlässt dem Beschenkten eine Sache. Dies drückt eine Wertschätzung aus und ist geeignet den Status beider Beteiligter zu erhöhen. Der Schenkende macht dabei dem Beschenkten (und auch sich) eine Freude. Oder will dies zumindest.

Wenn dieser Prozess einen weiteren Transformationsschritt (Verkauf des Geschenks)
beim Beschenkten voraussetzt um wirklich zum Ziel zu führen, dann sei es so.

Wer mehr über das Schenken aus ökonomischer Sicht lernen möchte mag hierzu Thomas Sedlaceks Buch "Die Ökonomie von Gut und Böse" lesen.

Zurück zur Frage: Was tun mit den Weihnachtsgeschenken die man nicht mag?

Mein Tipp: Verkaufen Sie den Ramsch! Die Tante wird sich im nächsten Jahr nicht
einmal mehr an das Buch erinnern das sie Ihnen geschenkt hat und falls sie bei
einem ihrer seltenen Besuche in Ihrem Bücherregal nachschaut und es nicht finden kann, haben Sie es eben gerade verliehen. Weil es so ein gutes Buch ist.

Auch Notlügen sind gut für das Sozialgefüge.