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29.11.2017

Weihnachten



Am Montag dieser Woche standen im Supermarkt auf dem Weg zur Kasse
Berge von Spekulatius, Dominosteinen und Marzipanbroten neben mir.

Für Online-Händler sind das die Vorboten des alljährlichen weihnachtlichen Wahnsinns. Öffnen normale Menschen an jedem der ersten 24 Dezembertage friedvoll ein Türchen ihres Adventskalenders, betreten wir Online-Händler mit jedem Tag einen weiteren Kreis der Hölle (siehe "Die Göttliche Komödie" von Dante Alighieri).

Weihnachten ist für Online-Händler nicht das Fest der Bescherung sondern zugleich der Tag des jüngsten Gerichts und der Tag der Erlösung.

Im perpetuellen vorweihnachtlichen Wahnsinn liefern von Tag zu Tag mehr Sendungen an unsere Versanddienstleister aus; die dann immer langsamer transportiert werden.

Die Hoffnung, dass diese Sendungen nicht wie bei Sisyphos wieder zurückkommen, sondern unsere Kunden noch möglichst vor Weihnachten erreichen, verblasst genauso, wie die Dezembertage dunkler werden.

Hunderte EMails mit der immer gleichen Frage werden wir bis zum 24. Dezember beantworten: "Wenn ich jetzt bestelle und Sie ganz schnell versenden, kommt es dann noch rechtzeitig an?"

Um den 23. Dezember herum werden die Kundenanfragen dann wieder ins Absurde umschlagen. Hier eine Sammlung der schönsten Vorschläge aus den letzten zehn Jahren:

- Wohnen Sie nicht auch in Berlin? Kann ich das Buch dann vielleicht Weihnachten bei Ihnen zuhause abholen?
- Können Sie einen Mitarbeiter losschicken der das Buch vorbeibringt? Ich zahle auch 10 EURO extra.
- Kann ich es vielleicht am 25.12. um 10:00 Uhr abholen? Später geht nicht, da ich noch einkaufen muss.
- Können Sie mir ein Foto zumailen? Dann bastele ich einen Gutschein damit.
- Aber die Post muss das doch schaffen - es sind doch nur zehn Kilometer von Ihnen bis zu mir.

Und wenn Sie noch Geld für Weihnachtsgeschenke brauchen, können Sie uns gerne gebrauchte Bücher verkaufen. Aber bitte nicht erst am 21. Dezember. ;o)